Transzendenz
TRANSZENDENZ im
Konzept und Lehrangebot der MIKAO USUI SCHULE
Wir nutzen den
Begriff Transzendenz zunächst einmal in einem sehr allgemeinen Sinne
als
Überschreiten einer Grenze, die etwas Gegebenes, bereits Bekanntes
darstellt.
Genauer betrachtet handelt es sich um das Überschreiten in Richtung auf
eine
umfassendere, höhere Ebene des Handelns. Dabei bedeutet dies nicht ein
Zurücklassen
oder Unberücksichtigtlassen des Alten, sondern dessen Integration in
die neue,
höhere, umfassendere Einheit. Diese neue Einheit wird erst durch das
Alte,
bisher Bestehende möglich und erfährt ihre Rechtfertigung durch dieses
Vorangehende.
Dennoch verliert das Alte seine bisherige Bedeutung und wird zu einem
Teil
unter Teilen.
Träume
und
Transzendenz
Wir wollen uns
diesen Gedankengang am Beispiel der Transzendenten Traumarbeit (TTA)
verdeutlichen. Träume sind ein allgegenwärtiges Phänomen. Jeder Mensch
erfährt
sie, ist ihnen in gewisser Weise ausgeliefert. Wie er die Träume sieht,
welchen
Stellenwert er ihnen in seinem Leben zumisst, womöglich im menschlichen
Leben
insgesamt, hängt von verschiedenen inneren und äußeren Faktoren ab, die
sich im
Individuum treffen und seine Entscheidung bestimmen. Neben bereits
bestehenden
Traumtheorien, dem Grad der gesellschaftlichen Wertschätzung der Träume
und
anderen äußeren Einflüssen spielen subjektive Faktoren eine
Rolle, wie
etwa die Existenz von psychischen Vorlieben, von psychischen Problemen,
der
Grad der individuellen Einsichtsfähigkeit und vor allem auch die Stärke
der
erfahrenen eigenen Träume. Letztlich ist es das mehr oder weniger
ausgeprägte
Weltbild des Einzelnen, insbesondere seine Vorstellung von dem, was
einen
Menschen ausmacht und vom Grad seiner möglichen Einflussnahme auf sein
eigenes
Leben, das seine Haltung den Träumen gegenüber bestimmt.
Sigmund
Freud
und C. G. Jung
Transzendenz setzt an diesen
Voraussetzungen gesellschaftlicher und
individueller Art an. Werden wir noch konkreter: Die im Westen wohl am
weitesten verbreiteten und gesellschaftlich überwiegend akzeptierten
Theorien
über die Natur des Traumes und die sich daraus ableitenden Methoden des
Umgangs
mit Träumen, stammen in unserer Zeit aus der tiefenpsychologischen
Denkrichtung. Es sind die Traumtheorien
Sigmund Freuds und Carl Gustav Jungs. Daneben gibt es ein
Reihe von
weniger umfangreichen Theorien und methodischen Ansätzen, die uns an
dieser
Stelle und für unsere Zwecke jetzt nicht interessieren. Sigmund Freud
verfolgte
einen sehr diesseitig ausgerichteten Ansatz, der den Menschen
beschränkte auf
jene Strukturen und Prozesse,
die Teil
seiner Individualität sind, wie sie erfahrbar und bestimmbar ist durch
den physischen
Körper. Träume entstehen in dieser Sicht aus dem Meer natürlicher
Triebe, deren
Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, sich im Denken, Fühlen und Handeln
eines
Individuums auszudrücken, primär das Traumgeschehen bestimmen. C.G.
Jung griff
einen Teil dieser Gedankengänge auf, entkleidete sie ihrer einengenden
Vorstellungen und fügte ihnen das beindruckende Konzept vom
kollektiven Unbewussten hinzu.
Er transzendierte Freud. Doch auch Jung
war Gefangener seiner Zeit, insbesondere seiner Ärztezunft. So
versuchte er
zeitlebens, sein Konzept vom kollektiven Unbewussten als
natürlich-biologischen
Prozess zu begründen. Nur in Andeutungen, wie er sie etwa in seiner
Autobiografie machte, findet der aufmerksame Leser Hinweise auf einen
Bedeutungsgehalt
des Unbewussten, der über den natürlich-biologischen Prozess
hinausgeht. Die
Zielrichtung therapeutischen Handelns und das methodische
Instrumentarium, die
Jung aus seiner Sicht der Konstitution des Menschen entwickelte,
drängen die
Jungsche Traumarbeit über die üblichen Vorstellungswelten
hinaus. Seine
Einsicht, dass sich sein Konzept nur durchsetzen könne, wenn die
anerkannte und
anerkennende Ärzteschaft es akzeptieren könne, hinderten jedoch die
Assimilation weitergehender Vorstellungen über die Konstitution des
Menschen,
wie sie in Außenseiterbereichen sehr wohl auch zu seiner Zeit schon
existierten. Damit waren seine Ziele und Methoden beschränkter als
möglich,
wohl aber gesellschaftlich sinnvoll, denn weder die Ärzteschaft noch
die
Allgemeinheit hätte einer weiterführenden Sicht folgen können.
Transzendente
Traumarbeit
Heute haben sich
die Möglichkeiten, alternative Konzepte an ein breiteres Publikum
heranzutragen, beträchtlich ausgeweitet. Zudem ist es nicht mehr
zwingend notwendig,
die Zunft der Ärzteschaft mit ihrer biologischen Sichtweise hinter sich
versammelt
zu haben. Nunmehr können wir daran gehen, die Traumarbeit in einen noch
umfangreicheren
Rahmen, der der Natur des Menschen weitaus gerechter wird,
einzugliedern. Die
Transzendente Traumarbeit der MIKAO USUI SCHULE unternimmt diesen
Versuch.
Dabei müssen und wollen wir nicht in die antike Vorstellungswelt der
Völker
eintauchen, die durchzogen ist von allerlei Gedankengängen
spekulativster Art
und begrenzt ist durch die gesellschaftlichen Verhältnisse und das
Einsichtsvermögen
damaliger Individuen.
Die
Konstitution des Menschen und das Ziel der Evolution
Wir finden die
Rechtfertigung unserer Vorstellungen in der Konstitution des Menschen,
wie sie
sich unmittelbar praktisch erfahren lässt, wenn man
gewillt ist, herkömmliche
Vorstellungen und den Zwangsgürtel zu kurz greifender Methoden
abzulegen. Die
Transzendente Traumarbeit sieht den Menschen als ein Energiewesen,
welches
eingebunden ist in ein vielfältiges, z.T. unüberschaubares Geflecht von
Energieströmen,
die aus der Gesamtheit Menschheit in und durch das Individuum fließen
und vom
Individuum in die Menschheit zurück, sowie von Energieströmen
planetarischer,
solarer und kosmischer Art.
|
Kosmos |
| Sonnen- system |
|
Planet |
| Menschheit |
|
Indivi- duum |
Dieses
Energiewesen Mensch folgt - wie alles in diesem Universum - einem Zug
zur
evolutionären Weiterentwicklung. Entsprechend gilt dies auch für die
Menschheit
insgesamt. Damit ist ein inhärentes Ziel menschlicher Entwicklung
benannt, ohne
dass es bereits näher qualifiziert ist. Dieses Ziel kann
nicht allein aus
der menschlichen Konstitution bestimmt werden, ist es doch Teil des
großen
universellen Zieles. Wohl aber müssen sich die Elemente des großen
universellen
Zieles auch in den kleinen und kleinsten Teilen des Universums
widerspiegeln.
Die Einsicht unserer Vorfahren auf allen Kontinenten dieser Erde, dass
sich im
Kleinen das Große wiederfinde, dass unten (in der Materie) gleiches zu
finden
sei wie oben (im Geistigen), trägt dieser Gesetzmäßigkeit Rechnung. Nun
können
wir in diesem Zusammenhang unserer Diskussion der
Transzendenz keine
detaillierte Analyse liefern. Daher mögen einige Hinweise genügen, um
zu
verdeutlichen, was wir meinen.
Tendenzen der Bewusstwerdung
und der Einswerdung...
Welches Naturreich wir uns auch ansehen mögen, wir erkennen eine grundlegende Tendenz zum Zusammenschluss vieler, kleinster Einheiten zu größeren und komplizierteren Gebilden. Wir erkennen ebenso eine Tendenz zur Bewusstwerdung der Natur, die ihren augenblicklichen Höhepunkt in dem Bewusstsein des Menschen findet. Die seit einigen Jahren auch für den durchschnittlichen Menschen feststellbare Globalisierung der Welt spiegelt den Prozess der Einswerdung wieder. Die Vereinigung der Menschheit auf der Ebene des Internets, die begleitet ist von einer ungeheuren Zunahme der Verfügbarkeit von Wissen, repräsentiert die Tendenz zur Bewusstwerdung des Universums (selbstverständlich geschieht dies alles auf der Basis der relativen Primitivität der Menschheit und zeigt sich dementsprechend in allerlei üblen Symptomen). Wir haben es hier mit Beispielen aus der sichtbaren und letztlich materiellen Welt zu tun.
...in
der
menschlichen Psyche
Doch
auch in
der für uns nichtsichtbaren, allerdings innerlich erfahrbaren
psychischen Welt
geschieht ähnliches. Der Mensch lernt, sein Innenleben einer zentralen
Kontrollinstanz unterzuordnen. Dort, wo ihm dies nicht oder
nur
unzureichend gelingt, bilden sich relativ autonome psychische Bereiche
heraus,
die manchmal Komplexe, manchmal Neurosen, manchmal Abspaltungen genannt
werden.
Sie alle zeichnen sich durch eigene Gesetzmäßigkeiten und einen
Unwillen zur
Zusammenarbeit mit der Zentralgewalt, die wir Bewusstsein oder Ich
nennen, aus.
Die Welt "Individuum" ist gespalten, ihre Kommunikation gestört.
Kriege im Innern sind die Regel. Das, was wir herkömmlich psychische
Heilung
nennen, ist eine Entsprechung der universellen Tendenz zur
Einheit, wie
sie auch in der Globalisierung zum Ausdruck kommt. Äußere wie innere
Kontinente
und Länder rücken zusammen, versuchen, einen ungehinderten Austausch
von
materiellen und nichtmateriellen Gütern und Energieströmen
zuwege zu
bringen, bilden umfassendere Regierungsstrukturen und erkennen sich als
Einheit. Das ich-bezogene Bewusstsein, weicht dem familiären
Bewusstsein.
Dieses wird transzendiert durch ein familienübergreifendes
Gruppenbewusstsein,
welches sich in einem nationalen, kontinentalen oder Weltbewusstsein
widerspiegelt. Gleichzeitig erfolgt eine vorbereitende
Bewusstseinsausweitung,
die andere Welten und andere, potentielle Weltenbewohner mit
einbezieht. (Ich
meine hier die Flut von Science Fiction und Fantasy, die seit einigen
Jahrzehnten die Vorstellungswelten der Menschen beeinflußt.)
...und
in
der Psychologie
Auch
in der
Psychologie finden wir ähnliche Entwicklungen, wobei wir hier erst am
Anfang
stehen. Derzeit überwiegen die einander widerstreitenden Modelle des
Psychischen.
Auch eine Ohnmacht vor der Komplexität der menschlichen Psyche ist
feststellbar,
die sich u.a. in einem Verzicht auf eine explizite
Auseinandersetzung mit
der Konstitution des Menschen ausdrückt.
...insbesondere
in der Transzendenten Traumarbeit und Heilung
Transzendenz als Konzept ist darauf ausgerichtet, Bestehendes in seinem Wert zu erkennen und es seiner Bedeutung entsprechend in ein umfassenderes Gesamtbild einzugliedern. So nutzt die Transzendente Traumarbeit (TTA) Vorstellungen und Arbeitsweisen C.G. Jungs, Sigmund Freuds, Alfred Adlers sowie Fritz S. Pearls und anderer. Dies wird möglich, weil diese Theoriewelten jeweils eine oder mehrere Facetten menschlichen Seins reflektieren, ohne eine ausreichende Gesamtschau zu liefern. Die TTA vereint diese Vorstellungswelten unter dem Dach eines neuen Hauses, welches beansprucht, den Menschen umfassender zu begreifen. Dabei fußen die theoretischen Vorstellungen auf ausführlichen praktischen Erfahrungen von bestehenden, bisher allerdings von der durchschnittlichen Intelligenz nicht erkannten, erlebten oder akzeptierten Bereichen menschlichen Seins. Diese außergewöhnliche Erfahrungsbasis wird ermöglicht durch die Methoden Transzendenter Heilung, die physische und psychische Gesundung auf neue Weise ermöglichen sowie jene Gesundung, die wir in Ermangelung eines anderen Begriffes spirituelle Gesundung nennen wollen.
Die bereits
angesprochene Eigenschaft des Menschen, Energie unter Energien zu sein,
Teil
eines unendlichen Meeres der Energien, die in einem stetigen Austausch
miteinander stehen, öffnet den Blick für traumverursachende Faktoren,
die nicht
in den bisherigen Traumtheorien berücksichtigt sind. Die These von der
universellen Evolution, in deren Rahmen die menschliche nur ein
untergeordnetes
Teilgebiet ist und vor allem ein Durchgangsstadium, ermöglicht, die
Zielrichtung von Träumen auszuweiten, der heutigen Traumarbeit und
Trauminterpretation neue Impulse zu geben. Die Methoden Transzendenter
Heilung
geben uns die Fähigkeit, derartige Thesen auf eine Weise zu überprüfen
und dies
in einer Unmittelbarkeit, die ihresgleichen sucht. Auch hier wollen wir
an
einem Beispiel verdeutlichen, was gemeint ist:
Der
Mensch und
seine Körperhüllen
Der Mensch als Energiewesen setzt sich aus verschiedenen Körperhüllen zusammen, die eindeutig unterscheidbar sind und jeweils eigene Aufgaben im Gesamtsystem Mensch zu erfüllen haben. Wir können zwei Hüllen unterscheiden, die primär physische Bedeutung haben. Es handelt sich um den physischen Körper im eigentlichen und üblichen Sinne sowie um den ihn belebenden und Struktur gebenden ätherischen Körper. Beide Hüllen durchdringen einander und bilden beim lebenden Menschen ein Subsystem, welches sich erst beim Tode auflöst. Ein Teil des Ätherkörpers, der aufgrund seiner belebenden Funktion für den physischen Körper auch Vitalkörper genannt wird, umhüllt den physischen Körper. (Das Christentum spiegelt ihn wider in der Gestalt des Heiligenscheins.) Der Vitalkörper ist von feinerer Konsistenz als der physische und entzieht sich daher in der Regel dem physischen Auge. Er wird seinerseits umhüllt von dem noch feineren Emotionalkörper und letzterer von dem feinsten Mentalkörper. So entsteht eine Art von aurischem Ei, dessen Kern grobphysisch ist. Die emotionale Körperhülle ist für das Wunsch- und Begierdeleben zuständig, während der mentale Körper das Denkvermögen des Menschen beinhaltet. All diese Körperhüllen können mit Hilfe transzendenter Methoden gesehen, empfunden und beeinflußt werden.
![]() |
| 1 = Mentalkörper 2 = Astralkörper 3 = Ätherkörper 4 = Physischer Körper |
Einige
Fragstellungen Transzendenten Heilens
Das Erkennen
dieses Aufbaus des menschlichen Körpers hat weitreichende Konsequenzen
für die
Arbeit mit Träumen. Zunächst einmal ist zu fragen: "Wer oder was träumt
in
einem Menschen während der diversen Traumphasen im Verlaufe einer
Nacht? Werden
wir der Komplexität menschlichen Seins gerecht, wenn wir uns wie die
Schlafforschung
einzig auf die messbaren Daten des physischen Gehirns beschränken?"
Wissen
wir schließlich auch noch, dass sich unsere emotional-mentale
Körperhülleneinheit während bestimmter Phasen des Schlafes von unserer
physisch-ätherischen Hülleneinheit abkoppelt, dann tauchen Fragen auf,
wie:
"Gibt es voneinander getrennte Traumphasen beider Hüllen? Wie könnten
diese zusammenhängen? Gibt es einen Datentransfer zwischen beiden
Einheiten?" Auch mag sich bei uns eine Ahnung herausbilden, welche
Hüllenebene des Menschen für die Psychoanalyse die primäre Basis
darstellt. Wir
mögen bereits vermuten, daß die Tiefenpsychologie C.G. Jungs ihren
eigentlichen
Begründungszusammenhang in der Gesamtheit aller Hüllen des Menschen
findet,
jedoch mit ihrem Konzept des kollektiven Unbewussten noch über die
Hülleneinheit hinausragt. Doch wohin ragt sie? Nun wird es für uns
Zeit, an
dieser Stelle das bisher gültige Grundmodell des Psychischen infrage zu
stellen. Was die heutige Psychologie als Seele oder Psyche definiert,
unabhängig
von der Richtung, aus der dies geschieht, bewegt sich einzig im Rahmen
der vier
Körperhüllen des Menschen.
Ein
kardinaler
Irrtum des heutigen Menschen
Allerdings bewegt
sich das explizite psychologische Denken nur auf der physischen Ebene
insofern,
als die Psyche des Menschen in seinen Kopf eingesperrt wird. Unser
Hüllenmodell
deutet an, dass das eigentliche psychische Geschehen außerhalb des
Kopfes
stattfindet. Es nutzt den Kopf wie auch den restlichen Körper als
Ausdrucksmittel.
Der Irrtum des Menschen besteht darin, die Symptomebene und die
Ursachenebene
nicht zu differenzieren. Dadurch beschränkt er seine Erkenntnisse
unnötigerweise
und beeinträchtigt stark sein Heilungsbemühen. Das Transzendente Heilen
wie
auch die Transzendente Traumarbeit gehen von der Existenz einer
außerhalb der
Körperhüllen angesiedelten Seele des Menschen aus, die der Baumeister
seiner
vier Körperhüllen ist und ihnen das Leben verleiht. In der christlichen
Religion ist dies angedacht. Nur verlegt sie ebenso wie die anerkannte
Psychologie diese Seele in den Körper hinein. Das entspricht zwar dem
Standard
heutiger Erkenntnis, ist aber unzweifelhaft überholt und
veränderungswürdig.
Was
Platon
bereits wusste
Schon Platon hat
vor etwa 2500 Jahren die Existenz einer persönlichen und einer
überpersönlichen
Seele postuliert. Indem man diese Vorstellung einzig als nicht zu
beweisende
Idee, als metaphysisches Postulat sah, konnte man sie in unserer Zeit
bedenkenlos über Bord werfen. Doch wer sagt uns, dass der große Platon
nur spekulierte?
Die Transzendente Psychologie, von der die Transzendente Traumarbeit
einen Teil
darstellt, ist in der Lage, auf vielfältige Weise die Existenz beider
Seelenebenen durch Kontaktaufnahme und Kommunikation
erfahrbar zu machen.
Sie ist insofern auch in der Lage, das Jungsche kollektive Unbewusste
zu
erleben und kann den Kern des kollektiven Unbewussten als planvolle,
regulierende, übergeordnete Instanz definieren.
Neue Möglichkeiten aufgrund
transzendenter Methoden
Damit werden die
Möglichkeiten der Traumarbeit wiederum erweitert. Denn nun wird es zum
Ziel
einsichtsvoller Trauminterpretation, den Plan dieser übergeordneten
Instanz,
wie sie ihn für das von ihr erschaffene Individuum formuliert hat, zu
erkennen,
anzunehmen und den Versuch zu unternehmen, diesen Plan im Individuum
und in
seiner Umwelt Wirklichkeit werden zu lassen. Das methodische
Instrumentarium
hierfür liefert uns das Transzendente Heilen, insbesondere die
Transzendente
Psychologie. Auf diese Art und Weise kommen wir wieder zum Thema
Evolution,
können diese im Kern als Bewusstseinsevolution definieren und haben
nunmehr die
Grundlage gefunden, um die Ziele der Evolution des Menschen im
Allgemeinen und
im Besonderen für das Individuum bestimmen zu können. Die Ziele
wiederum
ermöglichen es, die bereits bestehenden Richtungen der Traumarbeit und
ihr
methodisches Instrumentarium in vielerlei Hinsicht zu integrieren und
zugleich
neue Methoden zu entwickeln, die notwendig sind, um die Beschränkungen
des
bisherigen Instrumentariums zu überwinden.
Innere
Zusammenhänge transzendenter Lehre
Wir haben bis jetzt drei Ströme transzendenten Wirkens im Rahmen der MIKAO USUI SCHULE erwähnt. Es sind das Transzendente Heilen (TH), die Transzendente Psychologie (TP)und die Transzendente Traumarbeit (TTA). Mit diesen drei Strömen treten wir gegenwärtig nach außen. Der Basisstrom ist das Transzendente Heilen, welches alle Heilungsebenen umfasst (vom Körperlichen über das Psychische bis zum Spirituellen). Die Transzendente Psychologie ist ein wesentlicher Teil dieses Basisstromes und stellt zudem eine Vertiefung seiner psychologischen Aspekte dar, während die Transzendente Traumarbeit ihrerseits Teil und Vertiefung des psychologischen Stromes ist. Wir können uns alle drei Ströme im Querschnitt als konzentrische Kreise vorstellen.
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Bezogen auf das Studienangebot drückt sich dieser Zusammenhang aus in einem Basisstudium und der Möglichkeit, nach dessen Absolvierung entweder die allgemeine Richtung Transzendentes Heilen beizubehalten oder eine Spezialisation in Richtung Transzendenter Psychologie anzustreben. Letztere beinhaltet u.a. ein Grundstudium in Transzendenter Traumarbeit. Darauf fußend ist eine weitere Spezialisation hinsichtlich der Traumarbeit möglich. Menschen, die vorwiegend an ihrer spirituellen Entwicklung interessiert sind, haben die Möglichkeit, einen Studiengang zu belegen, der Bausteine des TH sowie der TP umfasst und sie in einen umfassenden, spirituellen Rahmen integriert.
Hermann Hesse und der transzendente Pfad
Der transzendente Pfad ist
der Weg in die Regionen und Ebenen
der Liebe-Weisheit, auch buddhische Ebene genannt. Es ist der Pfad der
Bewusstseinsevolution,
in dessen Verlauf die Persönlichkeit
transzendiert wird und schließlich die Seele ihr eigenes Haus auf der
manasischen Ebene – ihren Kausalkörper auf der höheren Mentalebene –
hinter
sich lässt, um befreit als buddhische Wesenheit wirken zu können.Hermann Hesse hat vor Jahrzehnten seine Erfahrungen und Einsichten auf dem transzendenten Pfad in seinem schönen und inhaltsreichen Gedicht „Stufen“ wiedergegeben, welches wir an dieser Stelle gern nutzen, um einen Teil unserer Vorstellungen zur Transzendenz zu verdeutlichen:
Hermann Hesse
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegensenden,
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied
und gesunde.
Transzendenz als
Aufgabe
...Mut
Transzendenz erfordert Mut und Flexibilität. Es ist der Mut zur Aufgabe unangemessener Vorstellungen, der Mut zur Auflösung zu eng gesetzter Grenzen der Wahrnehmung, der Ideenbildung und des praktischen Handelns. Es ist ein Mut, der es uns erlaubt, aus der warmen und wohligen, aber muffigen und begrenzenden Welt äußerlich Gleichgesinnter auszubrechen, um das Neue zu erleben und das daraus entstehende beglückende Empfinden, der Wahrheit und der Wirklichkeit wieder ein Stück nähergerückt zu sein.
...Flexibilität
Es ist die Flexibilität eines starken Menschen, der erkannt hat, dass Rezepte und genormte Vorstellungen eine Scheinsicherheit bieten, hinter der die Angst vor dem Unbekannten lauert. Angst ist weder ein guter Ratgeber noch ein sinnvoller Interpret der Wirklichkeit. Im Prozess des Heilens - physisch, psychisch oder spirituell - treffen Ströme lebendiger Energie auf ihresgleichen.
...Offenheit
Das ruft auf zur Berücksichtigung der individuellen Unterschiede, die die Individuen kennzeichnen. Es weist auf den Systemzusammenhang hin, in dem sich diese lebendigen Energien miteinander befinden. Es verlangt die Berücksichtigung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Individuums. Und es macht es notwendig, die lebensspendende Ebene menschlichen Seins - wir haben sie an anderer Stelle als Seele definiert - nicht nur zu berücksichtigen, sondern auch in den Heilungsprozess ausdrücklich mit einzubeziehen.
...Spiritualität
Transzendenz verleugnet in keinster Weise die Existenz höchster geistiger Ebenen, die von den Religionen als göttlich benannt sind. Im Gegenteil, Transzendenz in ihrem Ausdruck als Transzendentes Heilen bezieht diese Ebenen ein, fordert den Menschen auf, sie zu nutzen für den Heilungsprozess, ermöglicht einen vertieften Zugang zu diesen Ebenen. Es ist die Ganzheitlichkeit menschlichen Seins und des Menschen als diesseitiges und als jenseitiges Wesen, der wir auf diese Weise Rechnung tragen. Wie könnten wir uns einzig auf Pillen und Maschinen reduzieren, wenn doch die menschliche Gesamtheit angesprochen und in den Heilungsprozess miteinbezogen werden kann und sollte?
Transzendentes Heilen erfordert umfangreiches Wissen, doch es bleibt nicht dabei stehen. Transzendentes Heilen fordert ein breites methodisches Instrumentarium, doch es verlässt sich nicht einzig darauf. Transzendentes Heilen fordert den ganzen Menschen als Heiler und als zu Heilenden. Und der ganze Mensch ist mehr, als wir es uns mit unserer Schulweisheit vorstellen können! Deshalb geht der Transzendente Heiler letztlich den Weg der Selbsterkenntnis und der Selbstveränderung, um den Anforderungen seines Aufgabengebietes - dies ist nicht weniger als die innere und äußere Welt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - genügen zu können. Das Lehrangebot der MIKAO USUI SCHULE bietet die Grundlagen und die Spezialisationen, die auf diesem Weg vonnöten sind.




