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Transzendenz

TRANSZENDENZ
im Konzept und Lehrangebot der MIKAO USUI
SCHULE
Wir nutzen den Begriff Transzendenz
zunächst
einmal in einem sehr
allgemeinen Sinne als Überschreiten einer Grenze, die etwas
Gegebenes, bereits
Bekanntes darstellt. Genauer betrachtet handelt es sich um das
Überschreiten in
Richtung auf eine umfassendere, höhere Ebene des Handelns.
Dabei
bedeutet dies
nicht ein Zurücklassen oder Unberücksichtigtlassen
des Alten,
sondern dessen Integration in die neue, höhere, umfassendere
Einheit. Diese neue
Einheit wird erst durch das Alte, bisher Bestehende möglich
und
erfährt ihre
Rechtfertigung durch dieses Vorangehende. Dennoch verliert das Alte
seine
bisherige Bedeutung und wird zu einem Teil unter Teilen.
Wir wollen uns diesen Gedankengang am Beispiel
der Transzendenten Traumarbeit (TTA) verdeutlichen. Träume
sind
ein allgegenwärtiges Phänomen.
Jeder Mensch erfährt sie, ist ihnen in gewisser Weise
ausgeliefert. Wie er die
Träume sieht, welchen Stellenwert er ihnen in seinem Leben
zumißt, womöglich
im menschlichen Leben insgesamt, hängt von verschiedenen
inneren
und äußeren
Faktoren ab, die sich im Individuum treffen und seine Entscheidung
bestimmen.
Neben bereits bestehenden Traumtheorien, dem Grad der
gesellschaftlichen
Wertschätzung der Träume und anderen
äußeren
Einflüssen spielen subjektive Faktoren eine
Rolle, wie etwa die Existenz von psychischen Vorlieben, von psychischen
Problemen, der Grad der individuellen Einsichtsfähigkeit und
vor
allem auch die
Stärke der erfahrenen eigenen Träume. Letztlich ist
es das
mehr oder weniger
ausgeprägte Weltbild des Einzelnen, insbesondere seine
Vorstellung
von dem, was
einen Menschen ausmacht und vom Grad seiner möglichen
Einflußnahme auf sein
eigenes Leben, das seine Haltung den Träumen
gegenüber
bestimmt.
Transzendenz setzt an diesen Voraussetzungen
gesellschaftlicher und
individueller Art an. Werden wir noch konkreter: Die im Westen wohl am
weitesten
verbreiteten und gesellschaftlich überwiegend akzeptierten
Theorien über die Natur des
Traumes und die sich daraus ableitenden Methoden des Umgangs mit
Träumen,
stammen in unserer Zeit aus der tiefenpsychologischen Denkrichtung. Es
sind die
Traumtheorien Sigmund Freuds und Carl Gustav Jungs. Daneben gibt es ein
Reihe von
weniger umfangreichen Theorien und methodischen Ansätzen, die
uns an dieser
Stelle und für unsere Zwecke jetzt nicht interessieren.
Sigmund Freud verfolgte einen
sehr diesseitig ausgerichteten Ansatz, der den Menschen
beschränkte auf jene
Strukturen und Prozesse, die Teil seiner Individualität sind,
wie sie erfahrbar
und bestimmbar ist durch den physischen Körper.
Träume entstehen in dieser
Sicht aus dem Meer natürlicher Triebe, deren
Möglichkeiten und
Unmöglichkeiten, sich im Denken, Fühlen und Handeln
eines Individuums
auszudrücken, primär das Traumgeschehen bestimmen.
C.G. Jung griff einen Teil dieser
Gedankengänge auf, entkleidete sie ihrer einengenden
Vorstellungen und fügte
ihnen das beindruckende Konzept vom kollektiven Unbewußten
hinzu. Er
tranzendierte Freud. Doch auch Jung war Gefangener seiner Zeit,
insbesondere
seiner Ärztezunft. So versuchte er zeitlebens, sein Konzept
vom kollektiven
Unbewußten als natürlich-biologischen
Prozeß zu begründen. Nur in
Andeutungen, wie er sie etwa in seiner Autobioggrafie machte, findet
der
aufmerksame Leser Hinweise auf einen Bedeutungsgehalt des
Unbewußten, der über
den natürlich-biologischen Prozeß hinausgeht. Die
Zielrichtung
therapeutischen Handelns und das methodische Instrumentarium, die Jung
aus
seiner Sicht der Konstitution des Menschen entwickelte,
drängen die Jungsche
Traumarbeit über die üblichen
Vorstellungswelten hinaus. Seine Einsicht,
daß sich sein Konzept nur durchsetzen könne, wenn
die anerkannte und
anerkennende Ärzteschaft es akzeptieren könne,
hinderten jedoch die
Assimilation weitergehender Vorstellungen über die
Konstitution des Menschen,
wie sie in Außenseiterbereichen sehr wohl auch zu seiner Zeit
schon
existierten. Damit waren seine Ziele und Methoden beschränkter
als möglich,
wohl aber gesellschaftlich sinnvoll, denn weder die
Ärzteschaft noch die
Allgemeinheit hätte einer weiterführenden Sicht
folgen können. Heute haben
sich die Möglichkeiten, alternative Konzepte an ein breiteres
Publikum
heranzutragen, beträchtlich ausgeweitet. Zudem ist es nicht
mehr zwingend
notwendig, die Zunft der Ärzteschaft mit ihrer biologischen
Sichtweise hinter
sich versammelt zu haben. Nunmehr können wir daran gehen, die
Traumarbeit in
einen noch umfangreicheren Rahmen, der der Natur des Menschen weitaus
gerechter
wird, einzugliedern. Die Transzendente Traumarbeit der MIKAO USUI
SCHULE
unternimmt diesen Versuch. Dabei müssen und wollen wir nicht
in die antike
Vorstellungswelt der Völker eintauchen, die durchzogen ist von
allerlei
Gedankengängen spekulativster Art und begrenzt ist durch die
gesellschaftlichen
Verhältnisse und das Einsichtsvermögen damaliger
Individuen. Wir finden die
Rechtfertigung unserer Vorstellungen in der Konstitution des Menschen,
wie sie
sich unmittelbar praktisch erfahren läßt, wenn man
gewillt ist, herkömmliche
Vorstellungen und den Zwangsgürtel zu kurz greifender Methoden
abzulegen. Die
Transzendete Traumarbeit sieht den Menschen als ein Energiewesen,
welches
eingebunden ist in ein vielfältiges,
z.T.unüberschaubares Geflecht von
Energieströmen, die aus der Gesamtheit Menschheit in und durch
das Individuum
fließen und vom Individuum in die Menschheit zurück,
sowie von Energieströmen
planetarischer, solarer und kosmischer Art.
| Kosmos |
 |
Sonnensystem |
 |
Planet |
 |
Menschheit |
 |
Individuum |
Dieses
Energiewesen Mensch folgt - wie
alles in diesem Universum - einem Zug zur
evolutionären Weiterentwicklung.
Entsprechend gilt dies auch für die Menschheit insgesamt.
Damit ist ein inhärentes Ziel
menschlicher Entwicklung benannt, ohne daß es bereits
näher qualifiziert ist.
Dieses Ziel kann nicht allein aus der menschlichen
Konstitution bestimmt
werden, ist es doch Teil des großen universellen Zieles. Wohl
aber müssen sich
die Elemente des großen universellen Zieles auch in den
kleinen und kleinsten
Teilen des Universums widerspiegeln. Die Einsicht unserer Vorfahren auf
allen
Kontinenten dieser Erde, daß sich im Kleinen das
Große wiederfinde, daß unten
(in der Materie)gleiches zu finden sei wie oben (im Geistigen),
trägt dieser
Gesetzmäßigkeit Rechnung. Nun können wir in
diesem Zusammenhang unserer
Diskussion der Transzendenz keine detailierte Analyse
liefern. Daher
mögen einige Hinweise genügen, um zu verdeutlichen,
was wir meinen. Welches
Naturreich wir uns auch ansehen mögen, wir erkennen eine
grundlegende Tendenz
zum Zusammenschluß vieler, kleinster Einheiten zu
größeren und
komplizierteren Gebilden. Wir erkennen ebenso eine Tendenz zur
Bewußtwerdung
der Natur, die ihren augenblicklichen Höhepunkt in dem
Bewußtsein des
Menschen findet. Die seit einigen Jahren auch für den
durchschnittlichen
Menschen feststellbare Globalisierung der Welt spiegelt den
Prozeß der
Einswerdung wieder. Die Vereinigung der Menschheit auf der
Ebene des
Internets, die begleitet ist von einer ungeheuren Zunahme der
Verfügbarkeit von
Wissen, repräsentiert die Tendenz zur Bewußtwerdung
des Universums
(selbstverständlich geschieht dies alles auf der Basis der
relativen
Primitivität der Menschheit und zeigt sich
dementsprechend in allerlei
üblen Symptomen). Wir haben es hier mit Beispielen aus der
sichtbaren und
letztlich materiellen Welt zu tun. Doch auch in der für uns
nichtsichtbaren,
allerdings innerlich erfahrbaren psychischen Welt geschieht
ähnliches. Der
Mensch lernt, sein Innenleben einer zentralen Kontrollinstanz
unterzuordnen . Dort, wo ihm dies nicht oder nur unzureichend gelingt,
bilden
sich relativ autonome psychische Bereiche heraus, die manchmal
Komplexe,
manchmal Neurosen, manchmal Abspaltungen genannt werden. Sie alle
zeichnen sich
durch eigene Gesetzmäßigkeiten und einen Unwillen
zur Zusammenarbeit mit der
Zentralgewalt, die wir Bewußtsein oder Ich nennen, aus. Die
Welt
"Individuum" ist gespalten, ihre Kommunikation gestört. Kriege
im
Innern sind die Regel. Das, was wir herkömmlich psychische
Heilung nennen,
ist eine Entsprechung der universellen Tendenz zur Einheit,
wie sie auch
in der Globalisierung zum Ausdruck kommt. Äußere wie
innere Kontinente und
Länder rücken zusammen, versuchen, einen
ungehinderten Austausch von
materiellen und nichtmateriellen Gütern und
Energieströmen zuwege zu
bringen, bilden umfassendere Regierungsstrukturen und erkennen sich als
Einheit.
Das ich-bezogene Bewußtsein, weicht dem familiären
Bewußtsein. Dieses wird
transzendiert durch ein familienübergreifendes
Gruppenbewußtsein, welches sich
in einem nationalen, kontinentalen oder Weltbewußtsein
widerspiegelt.
Gleichzeitig erfolgt eine vorbereitende
Bewußtseinsausweitung, die andere
Welten und andere, potentielle Weltenbewohner miteinbezieht. (Ich meine
hier die
Flut von Science Fiction und Fantasy, die seit einigen Jahrzehnten die
Vorstellungswelten der Menschen beeinflußt.) Auch in der
Psychologie finden wir
ähnliche Entwicklungen, wobei wir hier erst am Anfang stehen.
Derzeit
überwiegen die einander widerstreitenden Modelle des
Psychischen. Auch eine
Ohnmacht vor der Komplexität der menschlichen Psyche ist
feststellbar, die
sich u.a. in einem Verzicht auf eine explizite
Auseinandersetzung mit der
Konstitution des Menschen ausdrückt. Transzendenz als Konzept
ist darauf
ausgerichtet, Bestehendes in seinem Wert zu erkennen und es seiner
Bedeutung
entsprechend in ein umfassenderes Gesamtbild einzugliedern. So nutzt
die
Transzendente Traumarbeit (TTA) Vorstellungen und Arbeitsweisen C.G.
Jungs,
Sigmund Freuds, Alfred Adlers sowie S.Pearls und anderer.
Dies wird
möglich, weil diese Theoriewelten jeweils eine oder mehrere
Facetten
menschlichen Seins reflektieren, ohne eine ausreichende Gesamtschau zu
liefern.
Die TTA vereint diese Vorstellungswelten unter dem Dach eines neuen
Hauses,
welches beansprucht, den Menschen umfassender zu begreifen. Dabei
fußen die
theoretischen Vorstellungen auf ausführlichen praktischen
Erfahrungen von
bestehenden, bisher allerdings von der durchschnittlichen
Intelligenz nicht erkannten, erlebten oder akzeptierten
Bereichen menschlichen Seins. Diese außergewöhnliche
Erfahrungsbasis wird
ermöglicht durch die Methoden Transzendenter Heilung,
die physische und
psychische Gesundung auf neue Weise ermöglichen sowie jene
Gesundung, die wir
in Ermangelung eines anderen Begriffes spirituelle Gesundung nennen
wollen.
Die bereits angesprochene Eigenschaft des
Menschen, Energie unter Energien zu
sein, Teil eines unendlichen Meeres der Energien, die in einem stetigen
Austausch miteinander stehen, öffnet den Blick für
traumverursachende
Faktoren, die nicht in den bisherigen Traumtheorien
berücksichtigt sind. Die
These von der universellen Evolution, in deren Rahmen die menschliche
nur ein
untergeordnetes Teilgebiet ist und vor allem ein Durchgangsstadium,
ermöglicht,
die Zielrichtung von Träumen auszuweiten, der heutigen
Traumarbeit und
Trauminterpretation neue Impulse zu geben. Die Methoden Transzendenter
Heilung
geben uns die Fähigkeit, derartige Thesen auf eine Weise zu
überprüfen und
dies in einer Unmittelbarkeit, die ihresgleichen sucht. Auch hier
wollen wir an
einem Beispiel verdeutlichen, was gemeint ist:
Der Mensch als Energiewesen setzt sich aus
verschiedenen Körperhüllen
zusammen, die eindeutig unterscheidbar sind und jeweils eigene Aufgaben
im
Gesamtsystem Mensch zu erfüllen haben. Wir
können zwei Hüllen
unterscheiden, die primär physische Bedeutung haben. Es
handelt sich um den
physischen Körper im eigentlichen und üblichen Sinne
sowie um den ihn
belebenden und Struktur gebenden ätherischen Körper.
Beide Hüllen
durchdringen einander und bilden beim lebenden Menschen ein Subsystem,
welches
sich erst beim Tode auflöst. Ein Teil des
Ätherkörpers, der aufgrund seiner
belebenden Funktion für den physischen Körper auch
Vitalkörper genannt wird,
umhüllt den physischen Körper. (Das Christentum
spiegelt ihn wider in der
Gestalt des Heiligenscheins.) Der Vitalkörper ist von feinerer
Konsistenz als
der physische und entzieht sich daher in der Regel dem physischen Auge.
Er wird
seinerseits umhüllt von dem noch feineren
Emotionalkörper und letzterer von
dem feinsten Mentalkörper. So entsteht eine Art von aurischem
Ei, dessen Kern
grobphysisch ist. Die emotionale Körperhülle ist
für das Wunsch- und
Begierdeleben zuständig, während der mentale
Körper das Denkvermögen des
Menschen beinhaltet. All diese Körperhüllen
können mit Hilfe transzendenter
Methoden gesehen, empfunden und beeinflußt werden.
<Hüllenmodell>
Das Erkennen dieses Aufbaus des
menschlichen Körpers hat weitreichende Konsequenzen
für die Arbeit mit
Träumen. Zunächst einmal ist zu fragen: "Wer oder was
träumt in einem
Menschen während der diversen Traumphasen im Verlaufe einer
Nacht? Werden wir
der Komplexität menschlichen Seins gerecht, wenn wir uns wie
die
Schlafforschung einzig auf die meßbaren Daten des physischen
Gehirns
beschränken?" Wissen wir schließlich auch noch,
daß sich unsere
emotional-mentale Körperhülleneinheit
während bestimmter Phasen des Schlafes
von unserer physisch-ätherischen Hülleneinheit
abkoppelt, dann tauchen Fragen
auf, wie: "Gibt es voneinander getrennte Traumphasen beider
Hüllen? Wie
könnten diese zusammenhängen? Gibt es einen
Datentransfer zwischen beiden
Einheiten?" Auch mag sich bei uns eine Ahnung herausbilden, welche
Hüllenebene des Menschen für die Psychoanalyse die
primäre Basis darstellt.
Wir mögen bereits vermuten, daß die
Tiefenpsychologie C.G. Jungs ihren
eigentlichen Begründungszusammenhang in der Gesamtheit aller
Hüllen des
Menschen findet, jedoch mit ihrem Konzept des kollektiven
Unbewußten noch über
die Hülleneinheit hinausragt. Doch wohin ragt sie? Nun wird es
für uns Zeit, an dieser
Stelle das bisher gültige Grundmodell des Psychischen infrage
zu stellen. Was
die heutige Psychologie als Seele oder Psyche definiert,
unabhängig von der
Richtung, aus der dies geschieht, bewegt sich einzig im Rahmen der vier
Körperhüllen des Menschen. Allerdings bewegt sich das
explizite psychologische
Denken nur auf der physischen Ebene insofern, als die Psyche des
Menschen in
seinen Kopf eingesperrt wird. Unser Hüllenmodell deutet an,
daß das
eigentliche psychische Geschehen außerhalb des Kopfes
stattfindet. Es nutzt den
Kopf wie auch den restlichen Körper als Ausdrucksmittel. Der
Irrtum des
Menschen besteht darin, die Symptomebene und die Ursachenebene nicht zu
differenzieren. Dadurch beschränkt er seine Erkenntnisse
unnötigerweise und
beeinträchtigt stark sein Heilungsbemühen. Das
Transzendente Heilen wie auch
die Transzendente Traumarbeit gehen von der Existenz einer
außerhalb der
Körperhüllen angesiedelten Seele des Menschen aus,
die der Baumeister seiner
vier Körperhüllen ist und ihnen das Leben verleiht.
In der christlichen
Religion ist dies angedacht. Nur verlegt sie ebenso wie die anerkannte
Psychologie diese Seele in den Körper hinein. Das entspricht
zwar dem Standard
heutiger Erkenntnis, ist aber unzweifelhaft überholt und
veränderungswürdig.
Schon Platon hat vor etwa 2500 Jahren die Existenz einer
persönlichen und einer
überpersönlichen Seele postuliert. Indem man diese
Vorstellung einzig als
nichtzubeweisende Idee, als metaphysisches Postulat sah, konnte man sie
in
unserer Zeit bedenkenlos über Bord werfen. Doch wer sagt uns,
daß der große
Platon nur spekulierte? Die Transzendente Psychologie, von der die
Transzendente
Traumarbeit einen Teil darstellt, ist in der Lage, auf
vielfältige Weise die Existenz beider
Seelenebenen durch Kontaktaufnahme und Kommunikation
erfahrbar zu machen.
Sie ist insofern auch in der Lage, das Jungsche kollektive
Unbewußte zu erleben
und kann den Kern des kollektiven Unbewußten als planvolle,
regulierende,
übergeordnete Instanz definieren. Damit werden die
Möglichkeiten der
Traumarbeit wiederum erweitert. Denn nun wird es zum Ziel
einsichtsvoller
Trauminterpretation, den Plan dieser übergeordneten Instanz,
wie sie ihn für
das von ihr erschaffene Individuum formuliert hat, zu erkennen,
anzunehmen und
den Versuch zu unternehmen, diesen Plan im Individuum und in seiner
Umwelt
Wirklichkeit werden zu lassen. Das methodische Instrumentarium
hierfür liefert
uns das Transzendente Heilen, insbesondere die Transzendente
Psychologie. Auf
diese Art und Weise kommen wir wieder zum Thema Evolution,
können diese im Kern
als Bewußtseinsevolution definieren und haben nunmehr die
Grundlage gefunden,
um die Ziele der Evolution des Menschen im Allgemeinen und im
Besonderen für
das Individuum bestimmen zu können. Die Ziele wiederum
ermöglichen es, die
bereits bestehenden Richtungen der Traumarbeit und ihr methodisches
Instrumentarium in vielerlei Hinsicht zu integrieren und zugleich neue
Methoden
zu entwicklen, die notwendig sind, um die Beschränkungen des
bisherigen
Instrumentariums zu überwinden.
Wir haben bis jetzt drei
Ströme transzendenten Wirkens im Rahmen der
MIKAO USUI SCHULE erwähnt. Es sind das Transzendente Heilen
(TH), die
Transzendente Psychologie (TP)und die Transzendente Traumarbeit (TTA).
Mit
diesen drei Strömen treten wir gegenwärtig
nach außen. Der Basisstrom
ist das Transzendente Heilen, welches alle Heilungsebenen
umfaßt (vom
Körperlichen über das Psychische bis zum
Spirituellen). Die Transzendente
Psychologie ist ein wesentlicher Teil dieses Basisstromes und stellt
zudem eine
Vertiefung seiner psychologischen Aspekte dar, während die
Transzendente
Traumarbeit ihrerseits Teil und Vertiefung des psychologischen Stromes
ist. Wir
können uns alle drei Ströme im Querschnitt als
konzentrische Kreise
vorstellen.

Bezogen auf das Studienangebot drückt
sich dieser Zusammenhang aus in einem
Basisstudium und der Möglichkeit, nach dessen Absolvierung
entweder die
allgemeine Richtung Transzendentes Heilen beizubehalten oder eine
Spezialisation
in Richtung Transzendenter Psychologie anzustreben. Letztere beinhaltet
u.a. ein
Grundstudium in Transzendenter Traumarbeit. Darauf fußend ist
eine weitere
Spezialisation hinsichtlich der Traumarbeit möglich. Menschen,
die vorwiegend
an ihrer spirituellen Entwicklung interessiert sind, haben die
Möglichkeit, einen Studiengang zu belegen, der
Bausteine des TH sowie der
TP umfaßt und sie in einen umfassenden, spirituellen Rahmen
integriert.
Transzendenz als Aufgabe
Transzendenz erfordert Mut und
Flexibilität. Es ist der Mut zur Aufgabe
unangemessener Vorstellungen, der Mut zur Auflösung zu eng
gesetzter Grenzen
der Wahrnehmung, der Ideenbildung und des praktischen
Handelns. Es ist ein
Mut, der es uns erlaubt, aus der warmen und wohligen, aber muffigen und
begrenzenden Welt äußerlich Gleichgesinnter
auszubrechen, um das Neue zu
erleben und das daraus entstehende beglückende Empfinden, der
Wahrheit und der
Wirklichkeit wieder ein Stück nähergerückt
zu sein.
Es ist die Flexibilität eines starken
Menschen, der erkannt hat, daß
Rezepte und genormte Vorstellungen eine Scheinsicherheit bieten, hinter
der die
Angst vor dem Unbekannten lauert. Angst ist weder ein guter Ratgeber
noch ein
sinnvoller Interpret der Wirklichkeit. Im Prozeß des Heilens
- physisch,
psyschisch oder spirituell - treffen Ströme lebendiger Energie
auf
ihresgleichen. Das ruft auf zur Berücksichtigung der
individuellen
Unterschiede, die die Individuen kennzeichnen. Es weist auf den
Systemzusammenhang hin, in dem sich diese lebendigen Energien
miteinander
befinden. Es verlangt die Berücksichtigung von Vergangenheit,
Gegenwart und
Zukunft eines Inidividuums. Und es macht es notwendig, die
lebensspendende Ebene
menschlichen Seins - wir haben sie an anderer Stelle als Seele
definiert
- nicht nur zu berücksichtigen, sondern auch in den
Heilungsprozeß
ausdrücklich miteinzubeziehen.
Transzendenz verleugnet in keinster Weise die
Existenz höchster geistiger
Ebenen, die von den Religionen als göttlich benannt sind. Im
Gegenteil,
Transzendenz in ihrem Ausdruck als Transzendentes Heilen bezieht diese
Ebenen
ein, fordert den Menschen auf, sie zu nutzen für den
Heilungsprozeß,
ermöglicht einen vertieften Zugang zu diesen Ebenen. Es ist
die
Ganzheitlichkeit menschlichen Seins als diesseitiges und als
jenseitiges Wesen,
der wir auf diese Weise Rechnung tragen. Wie könnten wir uns
einzig auf Pillen
und Maschinen reduzieren, wenn doch die menschliche Gesamtheit
angesprochen und
in den Heilungsprozeß miteinbezogen werden kann und sollte?
Transzendentes Heilen erfordert umfangreiches
Wissen, doch es bleibt nicht
dabei stehen. Transzendentes Heilen fordert ein breites
methodisches
Instrumentarium, doch es verläßt sich nicht einzig
darauf. Transzendentes
Heilen fordert den ganzen Menschen als Heiler und als zu Heilenden. Und
der
ganze Mensch ist mehr, als wir es uns mit unserer Schulweisheit
vorstellen
können! Deshalb geht der Transzendente Heiler letztlich den
Weg der
Selbsterkenntnis und der Selbstveränderung, um den
Anforderungen seines
Aufgabengebietes - dies ist nicht weniger als die innere und
äußere Welt in
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - genügen zu
können. Das Lehrangebot der
MIKAO USUI SCHULE bietet die Grundlagen und die Spezialisationen, die
auf diesem
Weg vonnöten sind.

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